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WISSEN · BUDGET UND PLANUNG · LESEDAUER: CA. 7 MINUTEN
Werbebudget für ein Hotel: Was realistisch ist und was es bringt
Kurz zusammengefasst: Ein Werbebudget lässt sich erst sinnvoll festlegen, wenn du weißt, was ein Klick in deinem Markt kostet und ob deine Website Besucher in Buchungen verwandelt. Aus unseren eigenen Konten: Ein Klick auf den eigenen Hotelnamen bei Google kostet 0,11 bis 0,15 Euro, ein Klick auf eine Regionssuche 0,43 bis 0,71 Euro, ein Seitenaufruf aus einer Meta-Kampagne 0,10 bis 0,50 Euro. Mit 1.500 Euro im Monat kauft ein Haus damit zwischen 3.000 und 10.000 Besuche auf der eigenen Website. Ob daraus Buchungen werden, entscheidet nicht das Budget, sondern Content, Buchungsstrecke und Messung. Deshalb gilt die Reihenfolge: erst messen, dann Eigenname, dann Region, dann Reichweite.
Warum die Budgetfrage meist falsch gestellt ist
„Wie viel sollten wir für Werbung ausgeben?“ ist die häufigste Frage im Erstgespräch. Sie hat keine gute Antwort, solange zwei andere Fragen offen sind: Was kostet in deinem Markt ein Besucher, und was macht deine Website mit ihm?
Ein Haus, das seine Buchungsstrecke nicht misst, kann jedes Budget ausgeben und wird nie wissen, ob es zu viel oder zu wenig war. Ein Haus, das misst, braucht oft weniger als gedacht, weil es die Hälfte der Klicks streichen kann, die nichts bringen.
Deshalb drehen wir die Frage um. Erst die Preise, dann die Rechnung, dann das Budget.
Was ein Klick wirklich kostet
Diese Werte stammen aus den Google- und Meta-Konten, die wir für Hotels und für uns selbst betreiben. Es sind keine Branchendurchschnitte aus Ratgebern, sondern gemessene Preise im DACH-Raum.
· Google, Klick auf den eigenen Hotelnamen: 0,11 bis 0,15 Euro. (Quelle: eigene Hotelkonten, 90 Tage Sommer 2026)
· Google, Klick auf eine Regionssuche wie „Wellnesshotel Allgäu“: 0,43 bis 0,71 Euro. (Quelle: eigene Hotelkonten, 90 Tage Sommer 2026)
· Google, Klick auf eine Agentur-Suche wie „Hotelmarketing Agentur“: 3,75 bis 4,40 Euro. (Quelle: eigenes Konto, Oktober 2026; zum Vergleich, so teuer ist Werbung in einem umkämpften B2B-Markt)
· Meta, Seitenaufruf aus einer kalten Kampagne: 0,10 bis 0,50 Euro, je nach Video und Zielgruppe. (Quelle: eigenes Konto, Oktober 2026)
· Meta, tausend Einblendungen: 4,30 bis 10 Euro. (Quelle: eigenes Konto, Oktober 2026)
Zwei Dinge fallen auf. Der eigene Hotelname ist mit Abstand der günstigste Klick, weil die Person dein Haus schon kennt. Und Meta kann extrem billige Besucher liefern, aber billig heißt nicht wertvoll: Eine Anzeige, die 0,10 Euro je Aufruf kostet, bringt oft Neugierige, die nach drei Sekunden weg sind. Was ein Besucher wert ist, zeigt sich erst auf der Website.
Beispielrechnung: 1.500 Euro im Monat
Nehmen wir ein Haus mit 50 Zimmern, das 1.500 Euro im Monat einsetzt, aufgeteilt in 600 Euro Google und 900 Euro Meta. Das ist ein Budget, das die meisten inhabergeführten Häuser ohne Bauchschmerzen freigeben.
Google, 600 Euro. Davon 100 Euro auf den eigenen Namen, um Gäste abzufangen, die sonst auf einem Portal landen. Bei 0,13 Euro je Klick sind das rund 750 Klicks von Menschen, die genau dich suchen. Die restlichen 500 Euro auf Regionssuchen zu 0,55 Euro bringen rund 900 Klicks von Menschen, die ein Haus wie deines suchen.
Meta, 900 Euro. Bei 0,25 Euro je Seitenaufruf sind das 3.600 Besucher, die dein Haus vorher nicht kannten. Mit einem schwachen Video können es 1.800 sein, mit einem starken Drehtag-Reel 6.000.
Zusammen landen zwischen 3.500 und 7.600 Besucher im Monat auf deiner Website. Was daraus wird, hängt von der Buchungsstrecke ab. Wenn von tausend Besuchern drei buchen, sind das 10 bis 23 Buchungen. Bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von zwei Nächten zu 180 Euro sind das 3.600 bis 8.300 Euro Umsatz, ohne Provision an ein Portal.
Diese Quote von drei Buchungen je tausend Besuchern ist eine Annahme, keine Messung. Genau deshalb steht Messen an erster Stelle: Bei deinem Haus kann die Quote doppelt so hoch oder halb so hoch liegen, und erst dann weißt du, ob 1.500 Euro zu viel oder zu wenig sind.
Ehrlicherweise gehört dazu
Budget ersetzt keinen Content. Eine Meta-Kampagne mit Bildern von der Hotelwebsite erreicht Leute, aber sie überzeugt niemanden. Die Anzeigen, die bei uns funktionieren, kommen aus Drehtagen: Menschen im Haus, Essen, Licht, ein Satz vom Gastgeber. Ohne solches Material ist das Budget im kalten Bereich fast immer verschenkt.
Budget repariert auch keine Buchungsstrecke. Wenn Gäste auf der Website den Buchen-Knopf nicht finden oder die Buchungsmaschine auf dem Handy abbricht, verliert jeder zusätzliche Euro im selben Verhältnis. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag über Abbrüche in der Buchungsstrecke geschrieben.
Und: Werbung ist nicht der erste Hebel gegen Portalkosten. Ein Haus mit 40 Zimmern gibt im Beispiel unseres Kostenrechners 106.000 Euro im Jahr an Provision ab. Gemessen daran ist ein Werbebudget von 1.500 Euro im Monat klein. Aber wer die eigene Website nicht zum günstigsten Buchungsweg macht, schickt die bezahlten Besucher am Ende doch zum Portal.
Die Reihenfolge, in der das Geld Sinn ergibt
1. Messen, bevor du erhöhst. Buchungsmaschine und Website müssen jeden Schritt melden, von der Datumssuche bis zur Buchung. Sonst ist jede Budgetentscheidung geraten.
2. Eigenname zuerst. Der günstigste Klick überhaupt. Wer hier nicht sichtbar ist, bezahlt für dieselben Gäste über das Portal.
3. Region als Zweites. Regionssuchen bringen Gäste mit Absicht. Sie kosten das Vier- bis Sechsfache des Eigennamens, lohnen sich aber, solange die Buchungsstrecke stimmt.
4. Meta nur mit eigenem Material. Reichweite kaufen ist leicht, Aufmerksamkeit nicht. Ein Drehtag liefert das Material für Monate.
5. Am Ergebnis skalieren, nicht am Gefühl. Wenn die gemessene Buchung aus einer Kampagne weniger kostet als die Provision für dieselbe Buchung, darf das Budget wachsen. Vorher nicht.
Für wen dieser Beitrag relevant ist
Er lohnt sich für dich, wenn dein Haus 30 Zimmer oder mehr hat, über ein Portal mehr als die Hälfte der Buchungen bekommt und bisher nach Bauchgefühl wirbt oder gar nicht.
Er ist weniger relevant, wenn dein Haus das ganze Jahr ausgebucht ist. Dann ist dein Thema nicht Reichweite, sondern Rate und Gästemix. Und er passt nicht zu Häusern unter 20 Zimmern, bei denen schon 600 Euro im Monat einen spürbaren Teil des Ertrags ausmachen. Dort beginnt die Arbeit beim Eigennamen und bei der Website, nicht bei Meta.
Quellen: Klick- und Kontaktpreise aus eigenen Google-Ads- und Meta-Konten für Hotels und für TL Media, Zeiträume Sommer bis Oktober 2026. Beispielrechnung mit angenommener Buchungsquote von drei je tausend Besuchern, als Annahme gekennzeichnet. Provisionsbeispiel aus dem Kostenrechner auf hotelframe.de.
Häufige Fragen
Reichen 500 Euro im Monat für ein Hotel?
Für den eigenen Namen und eine kleine Regionskampagne bei Google ja. Für Meta mit kalter Reichweite wird es knapp, weil eine Kampagne Zeit und Einblendungen braucht, um zu lernen. Besser ein Kanal richtig als zwei halb.
Was ist wichtiger: Google oder Meta?
Google holt Gäste mit Absicht ab, Meta erzeugt die Absicht. Wer wenig Budget hat, startet bei Google mit dem Eigennamen. Wer Content aus einem Drehtag hat, bekommt bei Meta die größte Reichweite je Euro.
Wie schnell sieht man, ob es funktioniert?
Beim Eigennamen innerhalb von Tagen. Bei Regionssuchen nach zwei bis vier Wochen. Bei Meta nach der Lernphase von rund einer Woche, aber ein belastbares Urteil über Buchungen braucht einen Monat mit sauberer Messung.
Sollte das Budget in der Nebensaison runter?
Nicht automatisch. In der Nebensaison ist ein Portal am verlockendsten und die Konkurrenz um Sichtbarkeit am größten. Oft lohnt es sich, gerade dann den Eigennamen und die Region zu halten und Meta zu drosseln.
Was kostet eine Buchung über Werbung im Vergleich zur Provision?
Das ist die einzige Frage, die zählt, und sie lässt sich nur mit Messung beantworten. Bei einer vermittelten Buchung zu 300 Euro und 15 Prozent Provision zahlst du 45 Euro. Kostet dich die gemessene Buchung aus der Kampagne weniger, gewinnt die Kampagne.
Was kostet dich eine Buchung heute?
Rechne zuerst, was du im Jahr an Provision abgibst. Danach schauen wir in 30 Minuten gemeinsam, welches Budget bei deinem Haus Sinn ergibt und wo es zuerst hingehört. Kostenlos, unverbindlich.
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